Spleur – Ein Magazin das bewegt

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Die drei Illustratorinnen Maria Rehli (l.), Annina Schäubli (m.) und Dale Forbes Molina (r.) gründeten im Dezember 2016 ihr eigenes Magazin, welches den Namen „Spleur trägt.

Die erste Ausgabe des Magazins zeigt eine differenzierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Feminismus. Von den verschiedenen feministischen Strömungen, über Mythen die sich um den weiblichen Körper ranken bis hin zu einer Bildergeschichte in deren Zentrum eine mysteriöse Frau steht –  das Spleur Magazin zeichnet sich durch Diversität bezüglich Inhalt und Gestaltung aus. Gedruckt wurden die Hefte von den Gestalterinnen selbst in liebevoller Handarbeit im Siebdruck. Eine zweite Ausgabe ist bereits in Planung.

MARNO: Warum habt ihr euch mit der ersten Ausgabe von «Spleur» gerade mit dem Thema Feminismus beschäftigt?

Maria, Annina und Dale: Wir sprachen bereits vor der Gründung von «Spleur» oft über Gleichberechtigung und feministische Themen, das Interesse war also schon über längere Zeit vorhanden. Als wir uns entschieden ein Magazin zu machen, lag es nahe den Feminismus als Thema zu nehmen. Natürlich betreffen uns die Themen Feminismus und Gleichstellung als Frauen und Illustratorinnen auch persönlich.

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MARNO: Das Magazin ist in den Farben Blau und Rot gestaltet – hat diese Farbwahl eine besondere Symbolik?

Maria, Annina und Dale: Eigentlich nicht, wir haben einfach zwei Farben gewählt, welche einen schönen Kontrast bilden und mit unseren Illustrationen gut funktionieren. Es würde nahe liegen in den Farben Rot und Blau die stereotypisierten Farben für Mann und Frau zu sehen, für uns haben Farben aber keine Geschlechter.

MARNO: Beschäftigt ihr euch auch in eurer individuellen Arbeit mit dem Thema Feminismus?

Maria, Annina und Dale: «Spleur» ist die erste Arbeit, mit der wir uns alle bewusst zum Feminismus bekennen. Bereits davor hatten unsere Arbeiten feministische Einschläge, so waren zum Beispiel oft Frauen die Hauptfiguren unserer Geschichten, oder Themen rund um Weiblichkeit flossen in unsere gestalterischen Arbeiten ein. Spleur hingegen ist bewusst politischer und sozialkritischer als unsere bisherigen individuellen Arbeiten.

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MARNO: Auf welche Reaktionen stiess die erste Ausgabe von «Spleur» bei euren Bekannten und Freunden?

Maria, Annina und Dale: Die Leute waren allgemein begeistert davon, dass wir aus Eigeninitiative ein Magazin herausgeben. Es fiel uns allerdings auf, dass keine tiefgründigeren Fragen zu unserer Motivation, das Thema Feminismus zu wählen, gestellt wurden. Uns schien es, als würden Personen aus unserem engeren Umfeld wie zum Beispiel unsere Eltern gar nicht so genau wissen wollen, warum wir eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Frausein als notwendig erachten. Wir haben aufgrund dieses Magazines aber auch viel positve Aufmerksamkeit erhalten, was uns darin bestärkt hat unseren Weg als professionelle Illustratorinnen weiterhin selbst zu definieren.

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MARNO: Wann wird die nächste Ausgabe veröffentlicht und was können wir vom zweiten Spleur-Magazin erwarten?

Maria, Annina und Dale: Die nächste Ausgabe wird voraussichtlich Mitte September 2017 veröffentlicht werden. Der Titel steht noch nicht fest, wir nennen sie allerdings momentan «The Anger Issue», da diese Ausgabe unsere Wut und Empörung über Sexismus und Gewalt an Frauen ausdrücken soll. Spleur #2 wird radikaler und emotionaler werden als die erste Ausgabe, da wir mehr von unseren persönlichen Erfahrungen mit Sexismus und Misogynie in das Magazin einfliessen lassen werden. Das klassische Magazinformat möchten wir in Zukunft auflockern und der narrativen Illustration mehr Platz geben.

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MARNO: Wo kann man «Spleur» kaufen?

Maria, Annina und Dale: Die erste Auflage von «Spleur» ist leider bis auf drei Exemplare vergriffen. Wir möchten aber für die zweite Ausgabe weitere Verkaufsmöglichkeiten organisieren, damit das Magazin zukünftig auch in einem «Spleur» Onlineshop oder Züricher Läden wie z.B Printmatters erhältlich ist. Wir müssen auch Sponsoring und Marketing in den Prozess miteinbeziehen, obwohl für uns die kreative Arbeit natürlich im Vordergrund steht.

MARNO: Was bedeutet für euch #swissgirlpower?

Maria, Annina und Dale: #swissgirlpower steht für junge, intelligente Frauen, die sowohl beruflich als auch privat ihren eigenen Weg gehen. Sie lassen sich nicht beirren und unterstützen sich untereinander. Der Womensmarch in Zürich, an dem wir ebenfalls teilnahmen, war ein super Beispiel für #swissgirlpower. Es war einfach toll zu sehen, wie eine Demonstration, welche von zwei Gymnasiastinnen organisiert wurde, tausende Frauen und Männer dazu motivierte für Gleichberechtigung auf die Strasse zu gehen.

Vielen Dank an Annina, Maria und Dale für das Interview!

Alle Infos zum Spleur Magazin findest du hier

Nebst der Arbeit am eigenen Magazin nehmen die drei Illustratorinnen auch Aufträge entgegen.
Für Neugierige: www.anninaschaeubli.ch, www.mariarehli.ch, www.forbesillustration.allyou.net

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